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DICHTUNG & BUCHKUNST
Christian Friedrich Daniel Schubart „Lasst uns lachend Eselbohren!“
Dass hartnäckige Journalisten und kecke Dichter mit Risiko leben, ist seit vielen Jahren bekannt.
Der Literat und Musiker, der für seine unbotmäßigen Schriften mit zehn Jahren Kerkerhaft bezahlt: das war Christian Friedrich Daniel Schubart, Held der Aufklärung im feudalen Deutschland des 18. Jahrhunderts. In „Lasst uns lachend Esel bohren!“ finden sich ausgewählte Fundstücke aus seiner Zeitung DEUTSCHE CHRONIK und ein Gedicht. In gemeinsamer Arbeit haben Ena Lindenbaur und Eckhard Froeschlin dazu außergewöhnliche Radierungen geschaffen, die den Texten kongenial gegenüberstehen. https://youtu.be/Bx5zfGkkx-w
Bestellung des Künstlerbuches
Christian Friedrich Daniel Schubart „Lasst uns lachend Eselbohren!“
60 Seiten, 38×28,5 cm. Auflage 30 Exemplare, 2020.
über
EDITION SCHWARZE SEITE
Eckhard Froeschlin, Fabrikstr. 32-40, 72516 Scheer
Telefon 07572-7694744, Mobil: 0151-56382672
Email: efroeschlin-edition@web.de
Als Jahresgabe 2023 überreichte die Schubart-Gesellschaft das Gedicht „Das Schwabenmädchen“ (1775) von Christian Friedrich Daniel Schubart in kommentierter Form.
Als Jahresgabe 2022 überreichte die Schubart-Gesellschaft für ihre Mitglieder mit einem von Professorin Barbara Potthast (Stuttgart) und Professor Dirk Niefanger (Erlangen) editierten und kundig erläuterten Schuldiktat, welches Schubart in seiner Geislinger Zeit verfasste.
Als Jahresgabe 2021 wurde das Buch Christian Friedrich Daniel Schubart und die Französische Revolution von Professorin Barbara Potthast (Stuttgart) herausgegeben.
Als Jahresgabe 2020 hat die Schubart-Gesellschaft für ihre Mitglieder einen Brief Schubarts an seine Eltern ausgewählt. Diesen schrieb er am 06. November 1763, kurz nach Antritt seiner Stelle als Hilfslehrer und Organist in Geislingen. Die Germanisten, Prof. Barbara Potthast (Stuttgart) und Prof. Dirk Niefanger (Erlangen) haben den Brief ediert und kundig erläutert.

Scarlett O‘ & Jürgen Ehle präsentieren ein weihnachtliches Schlaflied von Schubart: https://www.youtube.com/watch?v=5CgxKzSgGDM

Ab sofort präsentiert das Stadtarchiv Aalen die Reihe „Denk mal Schubart!“ für unseren Podcast. Stadtarchivar Dr. Georg Wendt nimmt Sie jeden Mittwoch mit auf eine verrückte Reise in die Vergangenheit, bei der es vordergründig um das Schubartdenkmal geht. Mindestens genauso interessant sind aber die Geschichten der Menschen rund herum. Sei es ein kamerunischer Prinz, eine diebische Künstlerin oder plündernde GIs.
Die erste Folge ist bereits vorab online und kann hier gehört werden. Ab 9. September geht es dann im Wochentakt jeden Mittwoch weiter. Alle Folgen auf Anchor.fm, auf Spotify oder vielen anderen Podcast-Catchern zum Download.
Die jüngste Veröffentlichung des Literaturarchivs Marbach der Reihe „Spuren“ befasst sich mit Schubart in Geislingen. Das Heft „Spuren 119“ der bibliophilen Reihe kann für 4,50 Euro in Marbach bestellt werden. Ein link dorthin führt auch über die Homepage der Schubart-Gesellschaft unter www.schubart-gesellschaft.de
Im Herbst 1765 tritt der 24-jährige Kandidat der Theologie Christian Friedrich Daniel Schubart das Amt des Schulmeisters und Musikdirektors in Geislingen am Rande der schwäbischen Alb an. Einen solchen Lehrer hatten die braven Geislinger Bürger noch nicht erlebt: draufgängerisch, sprunghaft, ein temperamentvoller Redenschwinger, hochbegabter Musiker, Gelegenheitsdichter und verbummeltes Genie ohne schulische Erfahrung. In dem Milieu kleiner Handwerker und Beamter litt der stürmische Junglehrer unter geistiger Vereinsamung. Was ihn beschäftigte: der harte Schulalltag und im Kontrast dazu die überwältigenden Lektüreerfahrungen, die Hoffnungen auf eine Laufbahn als Literat und Musiker – das alles floss in eine lebhafte Korrespondenz mit Vertrauten und Repräsentanten des literarischen Lebens in Württemberg, von denen er sich Anerkennung und Rat versprach. Schon nach einem Jahr klagte er einem Brieffreund: „Hier in Geißlingen passirt nichts. Eine ewige langweilige Monotonie liegt auf uns und macht, daß ein Narr den ändern angähnt.“ Doch die notorischen Klagen werden immer wieder abgelöst von Höhenflügen ins Reich der Bücher. Er habe, schreibt er in seinen Erinnerungen, nie fleißiger studiert als in Geislingen. Erste poetische Versuche entstanden wie von selbst, auch erste Veröffentlichungen, die jedoch bei der Kritik eher Spott als Lob ernteten. Frisch und unmittelbar spricht aber der volkstümliche Rhetoriker aus seinen munteren Schuldiktaten – gleichsam erste Proben des künftigen Publizisten.
Die Schubart-Gesellschaft veröffentlicht Ausschnitte aus den Schuldiktaten in einem Podcast unter www.schubart-gesellschaft.de
Das 16seitige, reich bebilderte Spurenheft von Dietrich Leube erhellt die Lehr- und Lehrerjahre des streitbaren Dichters und Publizisten, dessen spätere Haft auf dem Hohenasperg als Zeichen feudalistischer Willkür weithin wahrgenommen wurde und dessen Freiheitswille Dichter wie Schiller und Hölderlin inspirierte.
Ab sofort bekommen Sie Unterhaltsames, Erhellendes und Nachdenkliches von und über C.F.D. Schubart direkt ins Ohr. Der Podcast „Schubart zum Hören“ startet mit regelmäßig erscheinenden Auszügen aus Schubarts Geislinger Schuldiktaten. Weitere Formate sollen folgen.
Christian Friedrich Daniel Schubart zog 1763 von Aalen nach Geislingen, wo er als Lehrer und Organist seine erste Stelle antrat. Dort heiratete er Helene Bühler, schrieb Gedichte und veröffentlichte erste Texte. Sein Verhältnis zu Geislingen blieb widersprüchlich. Das kleinstädtische Leben und die kulturelle Monotonie schränkten ihn ein. Schubart verarbeitete seine Beobachtungen und Empfindungen in ironischen Diktaten für seine Geislinger Schüler, über die er auch deren Eltern erreichte.
Die neueste Folge finden Sie jeweils hier, alle älteren Folgen auf Anchor.fm oder Spotify. Weitere Podcastcatcher folgen.
Zum Todestag des Dichters veröffentlichte der WDR am 10.10.2016 in der Sendung Zeitzeichen folgenden Podcast.
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/christian-friedrich-daniel-schubart-100.html
Sie haben eine Idee für einen vertonten Schubarttext oder -lied bzw. wollen selbst einen produzieren? Wenden Sie sich bitte an elke.litz@aalen.de!
Schubart in Geislingen – Spuren 119 von Dietrich Leube
Am 1. März 2020 fand die zweite Mitgliederversammlung der Schubart Gesellschaft in Aalen statt.
In den kleinen Saal der Stadthalle Aalen hatte der Vorstand der Schubart Gesellschaft die Mitglieder am Nachmittag des 1. März 2020 geladen. Nach reichlich einem Jahr seit der Gründung galt es, das bisher Erreichte zu loben und neue Pläne zu schmieden.
Auf der Haben-Seite konnte der Erste Vorsitzende OB Thilo Rentschler die neue Website, das erste Jahresprogramm 2020/2021 sowie die gewonnen Mitglieder als Beiräte und Ehrenmitglieder benennen. Als Ziel betonte die Zweite Vorsitzende Prof. Barbara Potthast die Erstellung einer Schubart-Edition.
Ausdrücklich gelobt wurden auch die Initiativen der Mitgliederstädte: Sei es ein Schubartweg in Geislingen, ein Heft über die Schubartspuren in Geislingen und Aalen (Kooperation mit dem Literaturarchiv Marbach) oder die Einführung einer Schubartstadtführung in der Kocherstadt.
Formal wurden per einstimmiger Wahl die Beiräte der Gesellschaft sowie die Kassenprüfer gewählt.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung lockte Vinzenz Klink in die Stadthalle zu seinem Programm „Vom Widerspruchsgeist der Schwaben“.

Vincent Klink eröffnete die Reihe „Wortgewaltig 2020“ mit Betrachtungen über den Widerspruchsgeist der Schwaben. Oberbürgermeister Rentschler und Vincent Klink vor dem Schubart Portrait (Künstler: Johannes Vennekamp)
Die Stadt Aalen und die KSK Ostalb vergaben am 27. Juli 2019 die Schubart-Literaturpreise: Herausragende Literatur hält mit einem kurzweiligen Überraschungsprogramm beim Festakt in der Stadthalle Einzug.
Zwei Tage weht im sommerlichen Aalen ein erfrischender literarischer Wind. Autor Daniel Kehlmann sowie die Illustratorin und Autorin Nora Krug haben aus New York ihre Werke „Tyll“ und „Heimat“ im Gepäck mitgebracht in die gut besuchte Aalener Stadthalle. Für Daniel Kehlmann hält OB Thilo Rentschler den Schubart-Literaturpreis bereit. Gemeinsam mit KSK-Vorstandsmitglied Dr. Christof Morawitz überreicht er an Nora Krug den Schubart-Förderpreis.
Aalen erlebt an diesem Samstag einen Festakt besonderer Klasse. Überzeugende Schubart-Preisträger transportieren die Werte und Ideale des kritischen Dichters und Journalisten C.F.D. Schubart in ihren Dankesreden aufs Allerfeinste. Ihre Botschaften sind heute ebenso aktuell wie im Dreißigjährigen Krieg und dem Zweiten Weltkrieg – Zeiten, in denen ihre Werke spielen und worauf sie Bezug nehmen.
„Demokratie ist kein fester Zustand, sondern ein Prozess. Unangenehme Fragen zu stellen gehört dazu.“
Nora Krug
Und Daniel Kehlmann erzählt Schubarts Lebens- und Leidensgeschichte bildhaft nach. Er stellt Parallelen seiner Verhaftung zu den Unrechtsregimen dieser Tage in Russland, China, der Türkei oder Saudi-Arabien her. „Wir schreiben und gehen hin, wo wir wollen. Aber es ist auch heute nicht viel notwendig, um einen Skribenten auszuschalten“, verteidigt Daniel Kehlmann Schubarts Ideale.

OB Thilo Rentschler verspricht nicht zu viel, als er in seinem Prolog von unkonventionellen Überraschungen bei der Begleitung der Reden spricht. Zwischen den ausgefeilten und inhaltsstarken Laudationes von Verena Auffermann auf Daniel Kehlmann und Anne-Dore Krohn auf Altersgenossin Nora Krug verschwimmen beim Auftritt von „Tangram“ rhythmische Sportgymnastik, Tanz, Jonglage und Bewegungstheater übergangslos. Spielball und Marionette des mächtigen Anderen sein – diese Aussage treffen Christiana Casadio und Stefan Sing dabei ausdrucksstark. Die multimediale Video-Theater-Musik-Collage von „Anekdötchen“ lässt die Zeit Schubarts bildhaft werden. Und das Trio „Blaues Krokodil“ intoniert ein Medley, abgelöst vom Agade Quartett, das sich klassisch und mit Schuberts „Forelle“ in die Herzen der 300 Zuhörer spielt.
Am Sonntag zur Matinee mit den beiden Geehrten kommen fast 500 Gäste erneut in die Aalener Stadthalle. Kehlmann und Krug lesen aus ihren Werken, signieren danach die Exemplare ihrer Zuhörer. OB Thilo Rentschler enthüllt, dass beide Preisträger sich – obwohl in New York lebend – erstmals in Aalen zusammenfinden und gemeinsam ein Feuerwerk ganz im Sinne Schubarts abbrennen.
Kehlmanns Tyll wird bei seiner Lesung lebendig und greifbar, regt die Phantasie der Zuhörer an. Krugs Familiengeschichte macht eher nachdenklich über die Verhaltensmuster während des Dritten Reichs. OB Thilo Rentschler bleibt das Schlusswort. „Es ist zu wünschen, dass vor den drei Landtagswahlen im Herbst noch viele Menschen Nora Krugs Buch lesen“. Er selbst habe es auf seine Sommerleseliste gepackt – den „Tyll“ habe er bereits vor dem Urlaub wahrlich verschlungen.